Svenska English i dansk von der Kulturgeschichte

Kloster Ystad

Den vackra korsgången. Bild: Lucas Gölén.

Das Franziskanerkloster wurde 1267 gegründet und bildet neben dem Kloster von Vadstena die besterhaltene Klosteranlage Schwedens.

Das Kloster, das NICHT abgerissen wurde, …

… obwohl es oftmals schon fast dazu gekommen wäre. Zum Glück – denn sonst hätten Sie nicht die Gelegenheit, das älteste mittelalterliche Kloster Schwedens zu besichtigen. Es lohnt sich! Heute bietet das Kloster in Ystad ein hochinteressantes Museum. Hier erwarten Sie neben der außergewöhnlichen Klostergeschichte mehrere temporäre Ausstellungen mit Themen, die sich mit den zahlreichen Verwendungsarten des Bauwerks während seiner langen Geschichte befassen. Es geht um Kulinarisches und die Geschichte der Gartenkunst, um Architektur und Kunsthandwerk, aber auch um Verrat und Mord, um Selbstaufopferung und schreckliche, plötzliche Todesfälle …

Aber fangen wir ganz vorne an …

1267 legten die Franziskanermönche den Grundstein für ihren Konvent in der damals dänischen Stadt Ystad. Das Mutterkloster befand sich in Italien. Die Franziskaner wurden aufgrund ihrer einfachen, ungefärbten Kutten auch Graubrüder genannt, oder auch Bettelmönche, weil sie ihr täglich Brot erbettelten.

Die skandinavischen Klöster dienten oft auch zur Informationsübermittlung, insbesondere die Franziskanerklöster. Wenn die Regentin der Union, Königin Margarethe, im Kloster von Ystad zu Gast war, verbreitete sich diese Nachricht sicher wie ein Lauffeuer. Dies kam mit größter Wahrscheinlichkeit mindestens ein Mal vor.

Fast dreihundert Jahre lang bauten die Mönche an ihrer aus vier Flügeln bestehenden Klosteranlage. Am Tag vor Mariä Verkündigung des Jahres 1532 jedoch wurden sie im Zuge der Reformation auf dramatische Weise vertrieben. Recht bald danach wurden der West- und der Nordflügel niedergerissen. Im Ostflügel jedoch entstand ein Hospital, in dem Kranke und Alte untergebracht wurden. Die Ruinen der beiden zerstörten Flügel sind, romantisch von Rosen umrankt, noch vorhanden. Das Hospital wurde 1777 geschlossen und eine Brennerei eingerichtet. Nach dem Einsatz als Schnapsbrennerei diente das Kloster als Kornspeicher. Als die Stadt Ystad das Gebäude bei einer Auktion im Jahre 1876 erwarb, war von dessen einstiger Pracht nicht mehr viel übrig. Die „Klosterruine“, so murrten die Leute, sei eine Schande für die Stadt und müsse abgerissen werden!

Der Verein zum Schutz von Kulturgut Ystads Fornminnesförening …

… wurde 1907 gegründet und entschied den „Klosterstreit“ nach und nach zugunsten des Klosters. Zwischen 1909 und 1912 wurde das Gebäude umfassend renoviert. Das alte, heruntergekommene Bauwerk erhielt sein klösterliches Aussehen zurück, wenn auch durch den Geschmack der Zeit geprägt. Nun richtete man hier ein Museum und eine Bibliothek ein. So wurde das Kloster zum ersten Kulturzentrum der Stadt Ystad.

Die u. a. dem heiligen Petrus geweihte Klosterkirche diente bis in die Sechzigerjahre als Gemeindekirche. Dann wurde sie renoviert und der Stadt geschenkt, damit sie für grenzüberschreitende kulturelle Aktivitäten eingesetzt werden konnte. Heute ist die Kirche Gotteshaus und Museum.

Die zauberhaften Klostergärten …

… laden heute die Einwohner von Ystad und Besucher aus der ganzen Welt zum Verweilen und Betrachten ein. 2002 wurde der Rosengarten im Herzen des Klosterhofs angelegt und von der Künstlerin Maria Björklund gestaltet. Die Gartenanlage beruht auf dem Rad der heiligen Katharina, die zu den wichtigsten Heiligen der Franziskaner gehörte. Sie starb den Märtyrertod durch ein mit Speerspitzen bestücktes Richtrad. In der Mitte des Rosengartens steht ein von Camilla Bergman gestalteter Brunnen.
Die Parkabteilung der Gemeinde hat inzwischen einen fantastischen Apfelgarten mit Sitzgelegenheiten angelegt. Hier kann man inmitten von Mandel- und Walnussbäumen, Flieder, Maulbeerbüschen, Feigen-, Apfel- und Birnbäumen picknicken. Außerdem laden der Kohlgarten, der Kräutergarten und der ganz neu angelegte Pfingstrosengarten hinter dem Klosterteich zur Besichtigung ein. Im Sommer sitzt man im Klostercafé unter freiem Himmel inmitten der Blumenpracht der umgebenden Rabatten.

Ein attraktiver Museumsshop …

… steht das ganze Jahr über vielen Besuchern offen. Hier findet sich ein Angebot, das seinesgleichen sucht, mit Schmiedearbeiten, Glas, Keramik, Silber und Textilien, alles geprägt vom lokalen Kulturerbe. Außerdem werden Leseratten hier bestimmt fündig!

Im Jahr 2010 …

… wird das Museum umgebaut, um die Zugänglichkeit zu verbessern. Deshalb werden im Frühjahr das Programm und die Öffnungszeiten unter Umständen eingeschränkt. Die Ausstellungen behandeln u. a. folgende Themen: die Bedeutung der Klosterküche für unsere Essgewohnheiten und die Gartenkultur des Klosters.

Unsere gut besuchte Mittelalterausstellung „Macht und Heiligkeit“ wird fortgesetzt. Die Klosterkirche beherbergt eine Ausstellung über die reichen und mächtigen mittelalterlichen Geschlechter, die hier ruhen.